Diese Woche stand bei uns Gorilla Tag auf dem Programm. Die beliebte Multiplayer-App bei der man als Affe durch den Wald robbt und klettert. Als erstes ist es eine wichtige Aufgabe, im Baumhaus am Computer den richtigen Raumnamen einzutragen, damit alle auf dem gleichen Server spielen. Denn nur dann kann man wirklich zusammen Abenteuer erleben statt auf zufälligen Onlineservern mit fremden Menschen zu zocken. Die älteren können das selbst, die jüngeren brauchen dabei Hilfe. Aber selbst alte Haasen vertippen sich gerne mal und müssen sich dann neu einloggen.

Normalerweile spielen wir den „Casual“ Modus, um gemeinsam Geschicklichkeit und Bewegung zu trainieren. Erste Aufgabe: Rutschen. Zweite Aufgabe: Die Leiter zum Baumhaus hochklettern und aus dem Fenster springen (Achtung: bei Magenproblemen im freien Fall die Augen schließen!). Dritte Aufgabe: Die senkrechte Wand hochkletter (seitlich und sich abstoßend und oben weiterklettern. Vierte Aufgabe: Bäume hochklettern bzw hangeln an Ästen.
Wer das geschafft hat, kann sich auf Expeditionen begeben und fremde Landschaften aufsuchen. Für Einsteiger reicht es aber, auf der Anfangslichtung umherzutollen und gemeinsam Spaß zu haben.

Diesmal haben wir den Paintbrawl-Modus gespielt. Ausnahmsweise! Denn Shooter sind nichts für GeistRaum und wir wollen keine Gewalt in Spielen fördern. Und wie erwartet hat das Spiel die Kids so in Beschlag genommen, dass sie wir im Rausch umhergerannt sind und sich gegenseitig mit der Steinschleuder die drei Ballons zerschossen haben. Faszinierend, wie fesselnd der Modus sich auswirkt und eine Bestätigung, warum wir das normalerweise unterdrücken.

Ich habe bewusst die genauen Regeln von „Paintbrawl“ nicht genannt, sondern die Aufgabe gestellt, sie selber herauszufinden. Und nachdem wir zwei Austauschrunden hatten, haben die Kids auch die Grundregeln gut herausgearbeitet. Die Details blieben bis zum Ende unsicher. Daher hier eine Übersicht:
- Anfangs zeigt die Farbe das Team an (z.B. blau vs. orange). Ziel ist es, Affen der je anderen Farbe zu treffen.
- Wird man getroffen wird man kurzzeitig unverwundbar, was durch eine Cooldownfarbe angezeigt wird (z.B. rot bzw. blau).
- Wer alle Ballons verloren hat wird bunt und ist ausgeschieden. Treffer von einem Multicolor-Affen zerstören keine Ballons, verlangsamen aber den getroffenen Affen. Als Zeichen wird dieser gelb bzw. cyan dargestellt, solange man verlangsamt ist.

Unsere Erkenntnis war also dreierlei: 1. Eine inhaltliche Klärung, was die genauen Farben bedeuten und wie der Modus funktioniert, hilft beim gemeinsamen Spiel. 2. Eine partizipative Erarbeitung des Ergebnisses stärkt die Eigenständigkeit zumindest bei den Älteren. 3. Die TN gehen unterschiedlich mit den Erkenntnissen und Regeln um (Harakiri, Camper, Taktiker, Verweigerer). So werden Gruppenprozesse im Multiplayerspiel sichtbar.
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